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Kürzlich erreichte uns die folgende Nachricht eines Bekannten aus Rotterdam -  verwirrend, weil sie bisher erteilten Auskünften widerspricht.

Laut Bundesstatistik wurde in der Zeit von 1920 bis 1984 (DDR bis 1990) teerhaltiger Bitumen mit über 100 Millionen Tonnen in Deutschlands Straßen verbaut. Experten schätzen, dass, bedingt durch diese großen Mengen, jede zweite Straßensanierung mit PAK-haltigen Altasphalten stattfindet.

Während die Bundesregierung für den Bundesfernstraßenbau seit 2018 verboten hat, teerhaltige Alt-Asphalte wiederzuverwenden oder sie dem Neumaterial beizumischen, ist dies für den Straßenbau in den Ländern, Kreisen und Gemeinden nicht untersagt. Da die Zuständigkeit für diese kommunalen Straßen allein bei diesen liegt, wurde das Recycling dieser schädlichen Straßenbeläge bisher nicht verboten (Wie z.B. in den Niederlanden).

...weiterlesen "WOHER RÜHRT DER TEERGERUCH IN WAHLSTEDT?"

Ein Erklärungsversuch: Gummimodifizierter Bitumen

Was geschieht mit Altreifen?

  • 8% gehen in den Export
  • 52% werden „thermisch verwertet"
    • davon gehen 47% in Zementwerke, 5% in Müllverbrennungsanlagen.
  • 40% gehen in die „Stoffliche Verwertung“;
    • hiervon werden 14% runderneuert, die übrigen 26% verarbeitet man weiter zu Granulat, Reifen, Kunstrasen, Matten u. Belägen, Füllmaterial, in Beton und Asphalt. (S. 3*; Quellenangaben siehe unten)
...weiterlesen "WARUM KLAGEN WAHLSTEDTER BÜRGER ÜBER GESTANK NACH GUMMI?"

LKW- Transporte zum Betrieb einer Asphaltmischanlage

Vom Umweltnetzwerk (siehe unten) wurden am Beispiel einer Muster- Asphaltanlage die jährlichen Durchsatzmengen an benötigten Einsatzstoffen zur Asphaltproduktion berechnet.  Aus diesen Basisdaten wurden die durchschnittlichen Lkw-Transporte für die Asphalte ermittelt. ...weiterlesen "Modellberechnung für LKW-Verkehr zum Betrieb einer Asphaltmischanlage"

Grundsätzlich dient die Windenergie neben der Sonnenenergie und der Wasserkraft als eine mögliche nachhaltige Technologie, den Ausstieg aus Atomenergie und fossilen Brennstoffen (Kohle, Erdöl, Gas) zu ermöglichen. Vorhandene natürliche und klimaschonende Energiequellen müssen genutzt werden.

Mit diesem Problemkreis müssen sich die Bürger trotzdem eingehend beschäftigen.

Einerseits,  weil  Wahlstedt nach der aktuellen Planung durch Windkraftanlagen betroffen sein wird, wenn wir uns nicht rechtzeitig wehren. Die derzeitige Landesplanung ist online dargestellt; Stellungnahmen als betroffene Bürger können wir bis zum 03.01.2019 abgeben (Suchbegriff http://bolapla-sh.de/verfahren..Oder: „Landesplanung SH Windenergie“).

Andererseits dürfen wir dabei auch nicht vergessen, dass bei der Betrachtung von Windenergieanlagen einige Kritikpunkte genau unter die Lupe genommen werden sollten, denn Themenkreise wie z. B. staatliche Fehlplanung, Überkapazitäten, fehlende Speicheranlagen, Gefahren für Vögel und Fledermäuse, Infraschall, Schattenwurf, fehlende neue Stromleitungen, Störung des Landschaftsbilds lassen sich nicht einfach ignorieren.  Dies schon allein deshalb, weil einige gesundheitliche Aspekte wissenschaftlicher Klärung bedürfen (Stellungnahme der Ärztekammer Wien, der Ludwig-Maximilians-Universität München, des Umweltbundesamts, umfangreiche mehrjährige staatliche Studien in Dänemark u.a.).

Inzwischen gibt es in Deutschland Hunderte von Bürgerinitiativen gegen bestehende oder geplante Windkraftanlagen, ebenso in anderen Ländern. Dies zeigt eindrucksvoll die vielfältigen Sorgen der Menschen zum Problemkreis Windenergie.

Versucht man, sich in diese sehr vielschichtige Materie einzuarbeiten, stellt man fest: Viel ausdauernde Lektüre ist nötig, um die gesamte Problematik annähernd zu verstehen. Schnell wird klar, dass manche anfangs vermutete Erkenntnis noch ungesichert ist. Aber auch: Mit dem Ausbau der Windkraft können Grundbesitzer, Investoren,  Betreiber und Produzenten jede Menge Geld verdienen. Daraus folgt, dass „Informationen“ zum Thema tendenziös und interessengelenkt sein können.

Ein Teil solcher Anlagen könnte Wahlstedt  wohl keine Gewerbesteuern einbringen, ein anderer aber würde vermutlich geplante Neubaugebiete und bereits vorhandene Wohngebiete deutlich durch Schattenwurf beeinträchtigen -  je nach Wohnlage, Jahreszeit, Wetterlage, Sonnenstand, Windrichtung, Entfernung, Anlagenhöhe (Mastlänge mit Nabenhöhe plus  Größe des Windrads) und Anzahl der Mühlräder. Zu beachten ist hierbei, dass es neben den bisher geplanten Bauflächen noch Reserveflächen gibt, die später bebaut werden könnten.

Eine Informationsquelle zum Einstieg ins Thema bietet z.B. WIKIPEDIA mit „Schattenwurf von Windenergieanlagen“ und „Optische Immission von Windenergieanlagen“ mit der pdf-Datei „Windenergie und periodischer Schattenwurf“ – EnergieDialog.NRW.

Zwei bekannte Adressen von Bürgerinitiativen bieten weiterführende Informationen:

  1. gegenwind-sh.de
  2. vernunftkraft.de

Leider sind bei den Letztgenannten jedoch nicht alle der dort angezeigten Links funktionstüchtig. Zum anderen wirken sie in der Menüführung zunächst recht unübersichtlich. Außerdem stellen die vorausgesetzten Kenntnisse hinsichtlich der Fachbegriffe, Abkürzungen und die teilweise holprige oder unnötig komplizierte Sprache den Laien auf die Probe.

Die sehr differenzierten Stellungnahmen des BUND runden die Informationsmöglichkeiten ab: bund-rvso.de/winenergie-windraeder-voegel-fledermäuse.html.

Diesen ausführlichen Artikel zum Thema haben wir gefunden unter DIE WELT- online vom 02.03.2015:  Macht der Infraschall von Windkraftanlagen krank? (Daniel Wetzel)

A. Holm

 

Alle Himmelskörper des Universums umrunden uns!

Schon öfter „irrten“ Experten, mussten ihren Erkenntnissen abschwören, für ihre Beharrlichkeit büßen oder waren teilweise ätzender Kritik ausgesetzt (z.B. Galileo Galilei, Charles Darwin).

  • Ähnliches erfahren gelegentlich Bürger, die sich um Gesundheit, Umwelt und Lebensqualität sorgen.
  • Aber auch Umweltexperten des TÜV.

Dennoch - manchmal obsiegen Logik und gesunder Menschenverstand:

  • Wenn Autos im Alter von 10 oder mehr Jahren technische Probleme zeigen, denken wir an einen Wechsel zu modernerer Technik.
  • Wenn eine notwendige Operation ansteht, bevorzugen wir eine zeitgemäße, fachlich anerkannte Behandlungsmethode.
  • Wenn vor 12 (!) Jahren Fachleute festgestellt haben, dass eine veraltete Methode zur schalltechnischen Untersuchung ungeeignet ist, zuverlässige Ergebnisse zu erzielen, ist dies für Laien glasklar.
  • Wenn eine Sachverständige in einer Einwohnerversammlung behauptet, die Wahl der Methode stehe ihr frei, können wir ohne Zögern zustimmen.
  • Wenn nun aber diese veraltete Untersuchungsmethode zu (günstigeren) umweltverträglichen Ergebnissen kommt, müssen wir annehmen, dass bei einer der beiden Verfahrensweisen ein Fehler vorliegt. Insbesondere dann, wenn einige Aspekte des Prüfungsgegenstandes beim veralteten Verfahren schlicht ausgeklammert wurden*. Der Verdacht der Parteilichkeit drängt sich auf. Wie sonst lassen sich die unterschiedlichen Resultate erklären?
  • Wenn Bürger das „Flüstern“ (=Theorie) vor dem Fenster aus leidvoller Erfahrung als belästigenden, teils unerträglichen und regelmäßig wiederkehrenden Krach (= aktuelle Praxis) empfinden, fühlen sie sich ignoriert. Denn: Leider gibt es diesen Krach schon lange - an mehreren Stellen, die gar nicht Gegenstand der oben angegebenen Untersuchungen waren.

WELCHE FOLGERUNGEN KÖNNTEN ENTSCHEIDUNGSTRÄGER AUS DIESEN   AUSSAGEN ABLEITEN? 

 

 

Liebe Mitstreiter,

die von uns in Auftrag gegebene Stellungnahme zum Lärmgutachten für das geplante neue Industriegebiet am Bahnhof

("Schalltechnische Untersuchung zum Bebauungsplan Nr. 32 der Stadt Wahlstedt, Projektnummer 16294" vom 11.01.2018 der LAIRM CONSULT GmbH)

liegt vor und kann eingesehen werden.

Sie wird unseren nächsten Stammtisch (23.08.2018) bereichern, denn sie untermauert unsere Kritik.

A. Holm

Beispiele für schmutzige Industrie - Asphaltmischwerk und Steinbrechwerk, Altreifen-Recycling-Anlage...

  • In der Holsteinstraße ist ein Steinbrechwerk im Entstehen, das möglicherweise noch vergrößert werden soll.

Meist treten solche Betriebe zusammen mit Anlagen zum Be- und Entladen von Schüttgütern auf.

  • Im „alten Industriegebiet“ gibt es ein Asphaltmischwerk.

Hintergrundinformationen: Asphaltmischwerke und Steinbrechanlagen

Nach einem Ergebnisbericht aus 9 Bundesländern liegen Asphaltmischwerke im Bereich von 40 - 70% der ermittelten Gesamtimmissionen (Staub).

LKW wird Beladen

Brecheranlagen liegen im Bereich von 80 - 90% der ermittelten Gesamtimmissionen (Berichtsauswertung von Emmissionskatastern aus 9 Bundesländern LAI-AISV-2011, Tab. 1 u. 2; Quelle: http://www.lai-immissionsschutz.de/serlet/is/20172). Sogenannte "Offene oder unvollständig geschlossene Anlagen zum Be- und Entladen von Schüttgütern" (4. BImschV) immittieren 80 - 90% der ermittelten Gesamtimmissionen.

Beispiel eines Steinbrechwerkes

Gemäß unserer Quelle (http://www.bi-asphaltanlage.de/uploads/media/UNW-Vortrag_Eckental_12.9.13_-_neu.pdf) gibt es gegenwärtig in der BRD laut BImSchG (Bundesimmissionschutzgesetz) für die Genehmigung von Asphaltmischanlagen

  • kein öffentliches Verfahren und keine Antragsauslegung (§§ 4 u. 19 i.V. mit § 1 der 4. BImSchV u. Nr. 2.15, Spalte 2 des Anhangs 4. BImSchV)
  • keine Bürgerbeteiligung, Einwände, Erörterung (existiert in Belgien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz u. Italien)
  • keine kontinuierlichen Abgasmessungen laut Gesetz (wie bei Kohlekraftwerken und Müllverbrennungsanlagen)

Da die Lärm- und Geruchsbelästigung und der Schadstoffausstoß von Asphaltanlagen hoch sein können, gibt es für die ca. 700 in der BRD betriebenen Asphaltmischwerke grundlegende, aber noch nicht umgesetzte umweltpolitische Forderungen:

  1. Wohn-Abstandsregelungen zu Asphaltanlagen: mindestens 2 km
  2. Bürgerbeteiligung/öffentliche Antragsverfahren vor Genehmigung
  3. Grenzwerte gemäß 17. BImSchV und kontinuierliche Messungen
  4. 3-stufige Abgasreinigungsanlage nach aktuellem Standard
  5. Verwendung von maximal 25% schadstoffhaltigem Recyclingmaterial
  6. Komplett eingehauste Brecheranlage mit Abgasfilteranlage
  7. Geruchsimmissionsbewertung für die reale Betriebszeit (nicht umgerechnet auf das Kalenderjahr)
  8. Abgasabsaugung auch für Mischer, Heißsilierung und Verladesilos
  9. LKW-Schleuse mit Unterdruck
  10. LKW-Beplanung noch in der Schleuse
  11. EMAS-Teilnahme zum Erwerb eines EU-Zertifikats mit jährlicher Minimierung der Umweltbelastungen
  12. Ständige Online-Überwachung
  13. Einrichtung eines Bürger-Online-Formulars für Beschwerden beim Umweltamt

Immissionen aus Teerprodukten enthalten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die nicht nur geruchsbelästigend, sondern auch krebserregend sind. Daher sind sie im Straßenbau und bei der Herstellung von Teerpappe seit 1984 in der BRD verboten. Allerdings sind sie oft noch in Kunststoff- und Gummiprodukten enthalten (Kinderspielzeug!), in Altreifen und flächendeckend im Boden nachweisbar.

Mit diesen Altlasten müssen wir leben, und auch alte Kraftwerke geben noch solche Immissionen frei. Ebenso sind sie in Tabakrauch, Kraftstoffen und Heizöl enthalten und gelangen so in den Hausstaub.

Hier muss aber noch erwähnt werden, dass Asphaltmischwerke insbesondere dann nicht immissionsfrei sind, wenn sie Material aus der Zeit vor 1984 recyceln. Viele Straßen, die jetzt sanierungsbedürftig sind, stammen aus dieser Zeit. Außerdem: Die Kontrolle dieser Betriebe ist lückenhaft.

Wie es um das Asphaltmischwerk in Wahlstedt bestellt ist, wissen wir nicht.

Die stark giftigen und krebserregenden PAK (polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe) haben langfristige Wirkungen auf Föten und können Lungen-, Kehlkopf-, Haut-, Magen- und Darmkrebs verursachen. Auch für Organismen im Wasser sind sie hochgiftig. (Zur detaillierten Information über das Thema im Zusammenhang mit Asphaltanlagen verweisen wir auf das Internet; z.B.:

Fazit

Asphaltmischwerke und Brechanlagen sowie Anlagen zum Be- und Entladen von Schüttgütern mindern unsere Wohnqualität, erhöhen unsere Umweltbelastungen und das Krankheitsrisiko, oftmals ohne dass wir dagegen juristische Handhabe haben.

ERGÄNZENDE INFORMATIONEN: MODELLBERECHNUNG FÜR LKW-VERKEHR ZUM BETRIEB EINER ASPHALTMISCHANLAGE

Altreifenrecycling im Industriegebiet Holsteinstraße?

(Bericht LN-online vom 21.7.2015 - "Wahlstedt bekommt einen Recyclinghof - Bad Segeberger Investor kauft großes Grundstück im Industriepark.")

In dem oben genannten Zeitungsartikel wird berichtet, dass in der Holsteinstraße neben dem geplanten Steinbrechwerk ein Betrieb für das Recycling von Altreifen entstehen soll.  Was uns im Einzelnen erwartet, ist uns bis heute nicht bekannt. Bekannt sind aber verschiedene Verwertungstechniken, z.B. dass man Reifen zerkleinert, geschredderte Altreifen in ca. 30 cm großen Stücken „thermisch verwertet“ (https://de.wikipedia.org...Altreifen), z.B. als Ersatz-Brennstoff in der Zementindustrie oder zur Modifizierung von Asphalt und Bitumen, sowie für die Herstellung von Kunstrasen usw.

Bei einer anderen Methode, dem „stofflichen Altreifen-Recycling“, zerlegt man die Reifen „in ihre Bestandteile, wie Gummi, Stahl, Textil“ und andere Reste. Die Bestandteile werden dann „einzeln weiter verwendet“, aber nicht verbrannt (s.o.).

Von Bedeutung ist, dass Altreifen überwachungsbedürftige Abfälle sind. Bei derartigen Abfällen müssen die Lagerung, das Sortieren, die Verwertung und der Transport zuständigen Behörden angezeigt werden und benötigen eine behördliche Genehmigung.

Wikipedia berichtet weiter: „Eine Gefahr für Mensch und Umwelt geht von den ‚Reifenfriedhöfen‘ aus, wenn diese in Brand geraten. So fingen beispielsweise im Jahr 2012 in al-Dscharah (Region Kuweit) über 5 Millionen Reifen Feuer. Die Löscharbeiten gestalten sich auf Grund der enormen Hitzeentwicklung schwierig.“

In jüngerer Zeit wurde in den Medien über einen katastrophalen Großbrand in einer Reifenfabrik in Hamburg-Harburg berichtet.

Welchen Belästigungen und Umweltgefahren für die Gesundheit sind die Wahlstedter schon jetzt ausgesetzt?

Könnte es geschehen, dass im Zuge des Weiterbaus der Autobahn A 20 das Asphaltwerk die Produktion erhöht oder expandieren will und sich im Planungsgebiet am Bahnhof ansiedelt?

Laut Pressebericht (LN) vom April 2017 jedenfalls hat der derzeitige Besitzer des früheren Asphaltmischwerks zusätzliche Liegenschaften in seinem Umfeld erworben, und zwar das ehemalige OKAL-Gelände und die frühere Kiesgrube an der Straße nach Wittenborn.

Ergänzung: Wir empfehlen die Links zu den Videos zum Thema "Brechwerke"


Mehr zum Thema: http://initiative-wahlstedt.de/immissionskataster-wahlstedt/

Vielfach klagt man über geringe Wählerbeteiligung und vermeintliches Desinteresse von Bürgern an der Politik.

Doch sicher steckt mehr dahinter als Gleichgültigkeit, wenn z.B. bei Kommunalwahlen nur etwa 30 Prozent Wahlbeteiligung herrscht.

...weiterlesen "Woher rührt das Misstrauen der Bürger gegenüber den Aussagen von Politikern?"

...weiterlesen "Wozu Pflanzen und Tiere erhalten? – Sind Arbeitsplätze wichtiger?"

Den meisten Bürgern ist bekannt, dass wir kein Agrarland, Entwicklungsland oder Schwellenland mehr sind, sondern eine der am höchsten entwickelten Industrienationen. Diese Entwicklung ist unserem Mangel an natürlichen Bodenschätzen geschuldet.

Natürlich kann  Industrie Arbeitsplätze schaffen und  Steuergelder in die Kassen spülen. Dies ist unbestritten.

Hier sind wir jedoch bei einer vielschichtigen Fragestellung.

Manchen Bürgern scheint entgangen zu sein, dass durch den hohen Grad an Technisierung und Automatisierung in diesem Bereich immer mehr Arbeitskräfte entlassen werden müssen und dass diese Entwicklung sich verstärken wird.

Der Stand der Arbeitslosigkeit ist auf einem niedrigen Niveau, und viele Unternehmen suchen händeringend qualifizierte Arbeitskräfte, um Kundenaufträge annehmen zu können. Viele Arbeitsplätze sind also frei.

Gleichzeitig hat sich ein deutlicher Strukturwandel vollzogen, der zum starken Anwachsen verschiedenster Dienstleistungsunternehmen geführt hat, Tendenz weiter steigend. Das heißt, dass im gewerblichen Bereich viel mehr Arbeitsplätze geschaffen wurden und künftig noch geschaffen werden als in Industrieunternehmen.

Hinzu gibt es zu bedenken, dass Neuansiedler im geplanten Wahlstedter Industriegebiet zunächst einmal ihre hohen Investitionen steuerlich absetzen können. Vergessen dürfen wir ebenfalls nicht, dass große Firmen zwecks Steuerersparnis Holdings im steuerbegünstigten Ausland gründen. So gehen der Bundesrepublik, den Bundesländern und Kommunen viele Steuergelder für wichtige Vorhaben (z.B. Bildung, Forschung, Infrastruktur, Soziales) verloren.

Zusätzlich wurden und werden die öffentlichen Kassen dann noch geschröpft durch das Prinzip „Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren“ (siehe Rettung HSH-Nordbank im Gegenwert von Milliarden Euro durch die Länder Hamburg und Schleswig-Holstein). Wahlstedt muss 3 Millionen Euro aufbringen, um das Gewerbe- und Industriegebiet zu entwickeln. Dadurch wird das Defizit der Stadt auf über 14 Millionen anwachsen.

So viel zum Argument, Wahlstedt und der Zweckverband Segeberg würden doch durch Industrieansiedlung für nötige Steuergelder und neue Arbeitsplätze sorgen.

Und die weitere Zersiedelung der Landschaft dient nicht dem Naturschutz und nicht unserer Lebensqualität.

Dann doch lieber mehr Arbeitsplätze durch Gewerbeansiedlung als durch schmutzige Industrie!

BEISPIELE FÜR SCHMUTZIGE INDUSTRIE: ASPHALTMISCHWERKE UND STEINBRECHANLAGEN

  • In der Holsteinstraße ist ein Steinbrechwerk im Entstehen.

Beispiel eines mobilen Steinbrechwerkes

  • Im „alten Industriegebiet“ gibt es ein Asphaltmischwerk.

Gemäß unserer Quelle (Internet) gibt es gegenwärtig in der BRD laut BImSchG (Bundesimmissionschutzgesetz) für die Genehmigung von Asphaltmischanlagen

  • kein öffentliches Verfahren und keine Antragsauslegung (§§ 4 u. 19 i.V. mit § 1 der 4. BImSchV u. Nr. 2.15, Spalte 2 des Anhangs 4. BImSchV)
  • keine Bürgerbeteiligung, Einwände, Erörterung (existiert in Belgien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz u. Italien)
  • keine kontinuierlichen Abgasmessungen laut Gesetz (wie bei Kohlekraftwerken und Müllverbrennungsanlagen)

Da die Lärm- und Geruchsbelästigung und der Schadstoffausstoß von Asphaltanlagen hoch sein können, gibt es für die ca. 700 in der BRD betriebenen Asphaltmischwerke grundlegende umweltpolitische Forderungen:

  • Wohn-Abstandsregelungen zu Asphaltanlagen: mindestens 2 km
  • Bürgerbeteiligung/öffentliche Antragsverfahren vor Genehmigung
  • Grenzwerte gemäß 17. BImSchV und kontinuierliche Messungen
  • 3-stufige Abgasreinigungsanlage nach aktuellem Standard
  • Verwendung von maximal 25% schadstoffhaltigem Recyclingmaterial
  • Komplett eingehauste Brecheranlage mit Abgasfilteranlage
  • Geruchsimmissionsbewertung für die reale Betriebszeit (nicht umgerechnet auf das Kalenderjahr)
  • Abgasabsaugung auch für Mischer, Heißsilierung und Verladesilos
  • LKW-Schleuse mit Unterdruck
  • LKW-Beplanung noch in der Schleuse
  • EMAS-Teilnahme zum Erwerb eines EU-Zertifikats mit jährlicher Minimierung der Umweltbelastungen
  • Ständige Online-Überwachung
  • Einrichtung eines Bürger-Online-Formulars für Beschwerden beim Umweltamt

Immissionen aus Teerprodukten enthalten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die nicht nur geruchsbelästigend, sondern auch krebserregend sind. Daher sind sie im Straßenbau und bei der Herstellung von Teerpappe seit 1984 in der BRD verboten. Allerdings sind sie oft noch in Kunststoff- und Gummiprodukten enthalten (Kinderspielzeug!) und flächendeckend im Boden nachweisbar. (wikipedia.org./wiki/polycyclische_aromatische_Kohlenwasserstoffe)

Mit diesen Altlasten müssen wir leben, und auch alte Kraftwerke geben noch solche Immissionen frei. Ebenso sind sie in Tabakrauch, Kraftstoffen und Heizöl enthalten und gelangen so in den Hausstaub.

Hier muss aber noch erwähnt werden, dass Asphaltmischwerke insbesondere dann nicht immissionsfrei sind, wenn sie Material aus der Zeit  v o r  1984 recyceln. (Viele Straßen, die jetzt sanierungsbedürftig sind, stammen aus dieser Zeit.) Außerdem: Die Kontrolle dieser Betriebe ist lückenhaft.

Wie es um das Asphaltmischwerk in Wahlstedt bestellt ist, wissen wir nicht.

Die stark giftigen und krebserregenden PAK (polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe) haben langfristige Wirkungen auf Föten und können Lungen-, Kehlkopf-, Haut-, Magen- und Darmkrebs verursachen. Auch für Organismen im Wasser sind sie hochgiftig. (Zur detaillierten Information über das Thema im Zusammenhang mit Asphaltanlagen verweisen wir auf das Internet; z.B.:

FAZIT: Asphaltmischwerke mindern unsere Wohnqualität und erhöhen unsere Umweltbelastungen und das Krankheitsrisiko, ohne dass wir dagegen juristische Handhabe haben.

Welchen Belästigungen und Umweltgefahren für die Gesundheit sind die Wahlstedter schon jetzt ausgesetzt? Lesen Sie weiter....

Qualmender Materialhaufen auf dem Gelände eines Betriebes in Wahlstedt
Qualmender Materialhaufen auf dem Gelände eines Betriebes in Wahlstedt

Könnte es geschehen, dass im Zuge des Weiterbaus der Autobahn A 20 das Asphaltwerk die Produktion erhöht oder expandieren will und sich im Planungsgebiet am Bahnhof ansiedelt?

Laut Pressebericht (LN) vom April 2017 jedenfalls hat der derzeitige Besitzer des früheren Asphaltmischwerks zusätzliche Liegenschaften in seinem Umfeld erworben, und zwar das ehemalige OKAL-Gelände und die frühere Kiesgrube an der Straße nach Wittenborn.

Bemerkung: Dieser Artikel muss noch überarbeitet und ergänzt werden.