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In vielen ländlichen Regionen Norddeutschlands fehlen Hausärzte. Patienten sind verzweifelt, Ärzte arbeiten am Limit. Dabei gibt es Konzepte gegen den Landarztmangel

…Jeder dritte Hausarzt ist hierzulande älter als 60 Jahre - und tendenziell werden es mehr. Denn es fehlt am Nachwuchs. Für Patienten wird die Hausarztsuche immer schwieriger…

…Die Situation ist symptomatisch für viele Gemeinden in Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und einige Regionen Schleswig-Holsteins. Und sie wird sich zuspitzen. Die düstere Prognose der Kassenärztlichen Bundesvereinigung: Bis 2030 werden bundesweit 10.567 Hausärzte fehlen….“

Weiterlesen und Video ansehen:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/45-Min-Rettet-Landarzt,sendung809308.html

UNSER KOMMENTAR:

DAS VIDEO ZEIGT WESENTLICHE PROBLEME AUF UND STELLT VERSCHIEDENE ERPROBTE LÖSUNGSMÖGLICHKEITEN VOR.

AUSSERDEM BIETET DIE SEITE WEITERE INFORMATIONEN AN.

WIR MEINEN, MEDIZINISCHE VERSORGUNG GEHÖRT ZUR DASEINSVORSORGE. ZUR LÖSUNG DIESER PROBLEMATIK MÜSSEN UNSERE POLITIKER DIE WEICHEN STELLEN.

Neue Ideen gegen den Landarztmangel.

Seit Jahren bemühen sich Ärzte und Politik, junge Mediziner aufs Land zu bringen. Verschiedene Maßnahmen werden ausprobiert. Doch welche Ideen sind davon vielversprechend?

[...] "Eine Einzelpraxis im ländlichen Raum ist aus unserer Sicht ein Auslaufmodell" , sagt Harald Stender, der das Modell in Büsum mit initiiert hat. […] Die Investition in Höhe von 1,6 Millionen Euro waren im Gemeinderat nicht unumstritten. Bürgermeister Hans-Jürgen Lütje (parteilos) verteidigt sie: "Das gehört für mich zur Daseinsfürsorge. Das ist genauso wichtig wie eine gute Schule, wie ein guter Kindergarten."

Das Modell gilt als Erfolg.

ndr.de

Link zum Weiterlesen und zu den Videos:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/panorama3/Neue-Ideen-gegen-den-Landarztmangel,landarztmangel104.html


KOMMENTAR DER INITIATIVE WAHLSTEDT

Diese drei NDR-Beiträge zeigen Alternativen zur ärztlichen Versorgung auf dem Lande.
Die Wahlstedter fragen sich besorgt, wer in Zukunft ihr Hausarzt sein wird, weil auch hier in absehbarer Zeit Praxisschließungen drohen und vielerorts keine neuen Patienten mehr angenommen werden.

Zwar hat die Wahlstedter Politik das Problem erkannt und bereits erste Schritte eingeleitet. Doch Büsum ist vermutlich als drittgrößter Fremdenverkehrsort an Schleswig-Holsteins Nordseeküste finanziell besser aufgestellt.

Dabei hat Wahlstedt genug Fläche zur Verfügung: Nördlich der Bahnlinie könnte ein regionales Ärztezentrum entstehen. Daneben wäre Platz für das geplante Hotel, für das Wahlstedt zur Zeit einen Investor sucht.

Im geplanten Gebiet wäre auch genug Raum für die von Lokalpolitikern angedachte ökologisch wertvolle Streuobstwiese, für die anscheinend immer noch ein Standort gesucht wird.

An dieser Stelle könnte auch der Grüngürtel nördlich der Bahnlinie gepflanzt werden, der schon 1997 im Landschaftsplan der Stadt Wahlstedt vorgesehen war:

"Zur optischen Einbindung des Geländes ist entlang der Bahntrasse ein mindestens 30 bis 40 Meter breiter Gehölzstreifen mit einheimischen Gehölzarten anzupflanzen. Die Fläche kann als Ausgleichs-/Ersatzfläche im Sinne des § 8a NatSchG angerechnet werden. Die vorhandenen Großbäume und Knicks sollten erhalten und konzeptionell berücksichtigt werden."
(Gültiger Landschaftsplan der Stadt Wahlstedt, Dezember 1997, Seite 90)

Hätte man das damals umgesetzt, stünde dort heute ein stolzes Wäldchen zum Klima- und Immissionsschutz.

Die Erschließungskosten für dieses Gebiet werden bei über drei Millionen Euro liegen.

Würde dieses Geld stattdessen in die Daseinsvorsorge der Wahlstedter Bürger investiert, ergäbe die weitere Verschuldung einen Sinn.

Um die ärztliche Versorgung in ihrer Gemeinde zu erhalten, haben drei Ärzte aus Erfde (Kreis Schleswig-Flensburg) und Umgebung selbst die Initiative ergriffen. Sie wollen ein Ärztezentrum aufbauen. Die Gemeinde soll ihre Arztsitze übernehmen und Mediziner anstellen…

Es geht um die Zukunft der ärztlichen Versorgung auf dem Land: Gleich drei Ärzte haben das Rentenalter erreicht - die Zukunft versuchen sie selbst zu gestalten - in Form eines kommunalen Ärztehauses…

Hintergrund: In spätestens fünf Jahren sind zwei Allgemeinmediziner aus Erfde und einer aus dem Nachbarort Süderstapel in Rente. Alle drei Praxen wären dann dicht. Denn die Chance, Nachfolger zu finden, seien nicht sehr hoch, so die drei Ärzte…

NDR.de

Weiterlesen:

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/Mediziner-wollen-Aerztezentrum-in-Erfde-aufbauen,hausarzt124.html

HINWEIS DER INITIATIVE WAHLSTEDT:
Der Landesentwicklungsplan Schleswig-Holstein (LEP) beschäftigt sich auch mit der Daseinsvorsorge.
Möglichkeit zur Einsichtnahme und Stellungnahmen für Bürger bis zum 31.05.2019 unter bolapla-sh.de.