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Großeinsatz für die Feuerwehren aus Bad Oldesloe und Umgebung: Am Nachmittag ist eine Entsorgungshalle der Autoverwertung ... in der Industriestraße in Bad Oldesloe in Brand geraten und zerstört worden. Die Freiwilligen Feuerwehren aus Bad Oldesloe, Rethwischfeld, Poggensee, Seefeld sowie auch Reinfeld waren mit mehr als 100 Rettungskräften im Einsatz. [...]

Ein technischer Defekt verursachte vermutlich einen Brand beim Schrotthandel Borowski und Hopp. Mehrere Feuerwehren waren im Einsatz, verletzt wurde niemand [...]

(LN-online, 06.08.2015)
...weiterlesen "Oldesloe: Großfeuer zerstört Lagerhalle auf dem Schrottplatz"

" Bäume sind für uns ... so selbstverständlich, dass wir uns kaum um sie kümmern, und wenn sie stören, holzen wir sie ab. Sie wachsen ja wieder – irgendwo. Doch genau hier liegt ein schwerwiegender Gedankenfehler.

Die Leistung, die ein alter, großer Baum für die Menschen und Tiere erbringt, ist so immens, dass sie nur durch sehr umfangreiche und kostenintensive Neupflanzungen zu ersetzten ist. Bei den von uns verursachten Umweltschäden können wir es uns nicht leisten, auf Bäume zu verzichten... "

Noch nicht zerstörte Knicks

Der Bund deutscher Baumschulen e.V. hat viele interessante Informationen zum Thema Bäume und deren Abholzung / Neupflanzung zusammengestellt.

FAHNDUNGSFOTO: http://www.zukunftgruen.de/natur-und-umwelt.html

Was atmest du? Das Ergebnis der großen Luftmessaktion

Wie sehr ist die Atemluft mit Stickstoffdioxid und Feinstaub belastet? Das wollte der NDR ("45 Min") mithilfe der Nutzerinnen und Nutzer herausfinden und hat die größte Luftmessaktion im Norden angestoßen.

Einzelheiten: https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/45_min/Die-groesste-Luft-Messaktion-im-Norden,luft132.html

Am 12.09.2006 berichtete DER TAGESSPIEGEL.de über gesundheitliche Folgen, unter denen viele Helfer noch fünf Jahre nach ihrem Einsatz am zerstörten World Trade Center  litten.

(https://www.tagesspiegel.de/themen/gesundheit/atemlose-helden/750692.html)

Ein Gemisch giftiger Stoffe wurde damals von den etwa 40.000 Hilfskräften eingeatmet, das sowohl hinsichtlich der Quantität als  auch seiner schädlichen Vielfalt bisher wohl einmalig war.

Fast jeder Zweite „schlug sich lange mit gesundheitlichen Problemen herum. Auch fünf Jahre nach dem Inferno leiden noch viele an den Nachwirkungen der Schadstoffe.“

Die Wolke der zerstörten Twin Towers enthielt neben feinem Zementstaub auch  Glas- und Asbestfasern, PAK, PCB, Furane und Dioxine.

Thomas Cahill, Physiker an der Universität von Kalifornien (Davis) meinte dazu: „Die brennenden Ruinen erzeugten giftige Gase wie eine chemische Fabrik.“  Ein hochgiftiger „Abfallkuchen“ aus Baumaterial, Plastik und Computertechnik sei hier zusammengebacken worden. Ergänzt wurde er durch die Dieselabgase der Bergungsgeräte.

Zwar tragen Feuerwehrleute bei derartigen Einsätzen Atemschutzgeräte, doch deren Filterleistung ist zeitlich begrenzt. Aber nur jeder Fünfte war entsprechend gesichert. Viele Menschen liefen spontan in die Gebäude, um andere zu retten. Niemand war über die Schadstoffmischung informiert. Die Umweltschutzbehörde EPA gab 2003 zu, dass sie Warnhinweise zu Risiken durch Asbest, Beton- und Glasstaub zurückgehalten hatte.

 „Die größte akute Belastung für die Lunge war der Staub, ein Gemisch aus zerborstenem Beton, pulverisiertem Glas, Schwermetallpartikeln oder fein zerriebenem Dämmmaterial aus Mineralwolle. Besonders gefährlich ist Feinstaub unter fünf Mikrometer (Tausendstel Millimeter) Durchmesser. Die mikroskopisch kleinen Teilchen landen in den winzigen Verästelungen der Lunge.“

Solange Staubgrenzwerte in der Luft von ca. einem Milligramm pro Kubikmeter nicht überschritten werden, kann die Lunge sich gegen die Dreckluft wehren.  Die EPA schätzt jedoch, dass nach dem Einsturz der Türme die Staubkonzentration über Stunden hinweg  bei bis zu 1000 Milligramm pro Kubikmeter lag.

Aber: „Doch auch bei niedrigeren Konzentrationen können Schäden an den Atemwegen entstehen, wenn die Schadstoffe nur aggressiv genug sind. Vergiftungen und Verätzungen sind akute Folgen, später können Entzündungen oder Geschwüre auftreten. Das betrifft auch Arbeiter, die lange mit der Trümmerbeseitigung beschäftigt waren. Es sei schwer abzuschätzen, welche bleibenden Schäden durch solche Belastungen entstehen, sagt Gustav Schäcke, bis vor kurzem Leiter des Instituts für Arbeitsmedizin an der Freien Universität Berlin. Bei Rauchern oder Immungeschwächten haben die Schadstoffe leichteres Spiel. Vieles hänge von der Veranlagung ab. Bei einem Teil der Betroffenen würden die Symptome langsam zurückgehen, ansonsten könne sich auch Asthma oder eine chronische Bronchitis entwickeln.

Auch Tumore können sich bilden, wie es sich bei Arbeitern, die jahrelang Umgang mit Asbest hatten, gezeigt habe. Wenn sich Staub und Fasern in den Lungenbläschen festsetzen, kann sich das Gewebe in dem Atmungsorgan versteifen.“

In den in der Folgezeit erfolgten Reihenuntersuchungen wurden bei den Helfern viele unterschiedliche Krankheiten festgestellt:

  • Ca.50% der Untersuchten hatten mindestens ein Lungensymptom
  • Asthma oder Entzündungen führten oft zu Arbeitsunfähigkeit
  • Schon in den ersten drei Jahren gaben 300 Feuerwehrleute  den Beruf auf
  • Häufig gab es Beschwerden im HNO-Bereich
  • Ebenso wurden Kopfschmerzen und Schmerzen an Rücken, Beinen, Armen sowie Augenprobleme protokolliert
  • 50% der Patienten war psychisch angeschlagen, 20% litten an psychischen Spätfolgen
  • Viele Feuerwehrleute wiesen einen „deutlichen Rückgang der Lungenkapazität“ auf

A. Holm

3700 Güterwaggons (Fassungsvermögen: je 55 Tonnen) könnte der Feinstaub füllen, der binnen eines Jahres in Deutschland in der Luft schwebt.

Ca. die Hälfte davon besteht aus Teilchen in der Größe unter 2,5 Mikrometer (Besonders gefährlich, da sie über die Lunge in den Blutkreislauf gelangen können).

Ultrafeinstaub (Partikel unter 100 Nanometer) halten Wissenschaftler für noch gefährlicher, weil sie bis ins Gehirn dringen können.

Falschinformationen brachte kürzlich Dieter Köhler (früher DGP; Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin) in Umlauf: Maßlos überschätzt seien die Gesundheitsgefahren, die durch Feinstaub und Stickoxide drohen. Geltende Grenzwerte seien nicht zu hoch, sondern zu niedrig.

Barbara Hoffmann (Umwelt-Epidemiologin, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) hält dagegen: „Die Grenzwerte für Feinstaub sind zu hoch.“ Hoffmanns Meinung stützt sich u.a. auf eine Studie der DGP mit 451 wissenschaftlichen Referenzen und dem Fazit, dass für die Bevölkerung in Deutschland bislang kein optimaler Schutz vor Erkrankungen besteht, die durch Luftverschmutzung verursacht werden.  

Neu zugelassene Benzin-Direkteinspritzer gelten als besonders umweltfreundlich. Sie sparen bis zu 15 Prozent Treibstoff. EMPA (Schweizer Forschungsinstitut) stellte fest, dass diese Autos - in der Regel bisher ohne Filtereinbau - 64mal so viel Ultrafeinstaub ausstoßen wie ein Euro-5-Diesel mit Partikelfilter. 

Ultrafeinstaub ist besonders geeignet, Giftstoffe in den Körper zu leiten. Bei Autoabgasen sind „genotoxisch wirkende PAK“ (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe) beteiligt, ebenfalls giftige Metalloxide.

Wolfgang Junkermann (Institut für Technologie, Karlsruhe): „Kohlekraftwerke und Raffinerien sind die stärksten Einzelquellen  für ultrafeine Partikel.“

Beispiel des Kohlekraftwerks Boxberg (Lausitz): Bis zu 85 000 Partikel pro Kubikzentimeter hat Junkermann in der Abluft gezählt. „Solche Partikel greifen in den Wasserkreislauf ein. Sie können Trockenheit, aber auch Starkregen hervorrufen.“

A. Holm

      (Quelle: DER SPIEGEL NR. 6/2.2.19, Seite 102-105)

Am 17.01.2019 gab es einen Erörterungstermin im BImSchG-Genehmigungsverfahren der Firma Andreas Rehn, Schrotthandel GmbH in der Holsteinstraße in Wahlstedt.

Das Treffen fand von 10.00 bis ca. 17.15 Uhr im Wahlstedter Rathaus statt.

Der Sitzungssaal war gefüllt bis zum letzten Platz. Anwesend waren neben dem Antragsteller und seiner Frau verschiedene Fachvertreter des Planungsbüros, mehrere Vertreter des LLUR und  je zwei Vertreter des Kreises und des örtlichen Bauamts, die Presse sowie Mitglieder der INITIATIVE WAHLSTEDT, deren Sachbeistand aus Hamburg und weitere interessierte Bürger.

...weiterlesen "Erörterungstermin zur Erweiterung der Firma Rehn"

Im Bundesvergleich liegt Schleswig-Holstein nur auf Platz 12 von 16 (betreffend Verkehrssicherheit, Flächenverbrauch, Luftqualität und Lärm)

„Eigentlich müsste Schleswig-Holstein als Flächenland mit frischem Wind ganz gute Chancen beim Bundesländerindex Mobilität und Umwelt haben. Dennoch landet das Land bei dem bundesweiten Ranking erneut im unteren Drittel – auf Platz 12….“ *

Darum fordert Schleswig-Holsteins BUND dringende Konsequenzen.

...weiterlesen "Im Bundesvergleich liegt Schleswig-Holstein nur auf Platz 12"

Kieler Nachrichten, 29.10.2018

Die WHO warnt vor den Folgen der weltweiten Luftverschmutzung. Diese habe Züge einer „globalen Gesundheitskrise“. Insbesondere Kinder und die Menschen in ärmeren Ländern seien gefährdet. (Weiter lesen...)

Haben Sie heute schon die gesunde Landluft tief in Ihre Lunge eingeatmet? Oder die erfrischende Meeresbrise? Heute weht aber leider der Feinstaub überall, denn Luft kennt keine Grenzen, nur Windrichtungen.

Will sagen: Auf dem Land kann die Belastung durch Feinstaub ebenso gefährlich für unsere Gesundheit sein wie an einem städtischen Verkehrsknotenpunkt zur Hauptverkehrszeit. Und auf der Insel Sylt bei z.B. südlichen Winden ebenso wie dort, woher der Wind weht. Zwar ist Feinstaub unsichtbar, aber tückisch für unsere Gesundheit.

Feinstaub? Was ist das überhaupt? Die Europäische Umweltagentur hat festgestellt,  dass Feinstaubteilchen einen  Durchmesser von 0,001 Zentimetern haben, das entspricht ca. einem Zehntel Durchmesser eines Haares. Das sind die Nanopartikel, die uns umwabern, wenn der Laserdrucker arbeitet, der Kaminofen gemütlich bullert, die Ölheizung arbeitet, Industrie- und Auspuffgase uns umhüllen, wenn auf Fahrbahnen Reifenabrieb entsteht und der Landwirt Pflanzen und Tiere für unsere Ernährung produziert – also: Verursacher und Betroffene sind wir alle, mehr oder weniger.

Heute sind diese Staubteilchen so fein, dass sie durch unsere biologische Abwehr (Härchen in Nase und Luftröhre, Schleimhäute, Niesen und Husten) nicht abgewehrt werden. Sie dringen tief in unsere Lungen ein, gelangen durch unsere Lungenbläschen ins Blut, in alle Organe, ins Gehirn.

Die Folgen? Forscher stellten fest, dass weltweit 3,3 Millionen Menschen jährlich an Krankheiten sterben, die durch Schadstoffe in der Luft hervorgerufen werden. Das Mainzer Max-Planck-Institut stellt die Prognose auf, dass sich die Zahl der Todesopfer bis 2050 verdoppeln könnte.

Nach Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) sterben jährlich weltweit mehr Menschen durch verschmutzte Luft als durch verschmutztes Wasser oder Tropenkrankheiten.

Die möglichen Folgekrankheiten sind beispielsweise: Bluthochdruck und Herz-Kreislauferkrankungen, Lungenkrebs, Allergien, Asthma, neurologische Erkrankungen (Parkinson, Alzheimer), Frühgeburten und Diabetes.

Wohlgemerkt:

„Nicht die Luftschadstoffe allein machen einen Menschen krank. Das individuelle Risiko hängt zuallererst von der genetischen Veranlagung und vom Lebenswandel ab. Menschen (…), deren Körper ohnehin schon strapaziert ist – etwa durch ständigen Stress, schlechte Ernährung, mangelnde Bewegung, durch Rauchen oder schlicht durch ihr hohes Alter –, können durch Feinstaub  ernsthaft in Gefahr geraten.“ (DIE ZEIT)

Nur noch 46 Prozent des Feinstaubs in Deutschland kommen heute aus dem Energiesektor (15%), der verarbeitenden Industrie (19%) und von Kraftfahrzeugen (12%). Über die Hälfte des Feinstaubs erzeugen andere Quellen:  z.B. Kaminfeuer (8%), aufgewirbelter Feinstaub aus Ackerböden, sowie Einträge von Nitrat und Ammoniak (ca. 23%)  aus Intensivtierhaltung (Gülle und Gas aus Stallungen industrieller Fleischproduktion) und obendrein Gülleimporte.

Besonders viele Todesfälle (40%) werden verursacht durch Massentierhaltung und überdosiertes Düngen; so gelangen zu viel Ammoniak, Phosphate und Nitrate in die Luft und den Boden, ebenso in pflanzliche Produkte und über Gewässer in die Meere. Hinzu kommen aus den Kläranlagen Mikroplastik und andere Schadstoffe, wie Reste von Medikamenten usw. (z.B. Hormone!). Die so angebauten bzw. gefischten Güter kommen dann schließlich auch in unseren Magen.

Obwohl in Deutschland die Grenzwerte für Feinstaub beinah überall eingehalten werden, stellen Fachleute fest, dass die feinen Staubteilchen bei uns Zehntausende Menschen töten. WARUM?

Auf das Jahr bezogen, wurde der von der EU festgesetzte gesetzliche Grenzwert für die Luftreinhaltung zwar gelegentlich überschritten, aber insgesamt eingehalten.

Legt man aber den Grenzwert zugrunde, den die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt, dann wurde nur an 10 Prozent der Messstationen in Deutschland der Grenzwert für Feinstaub eingehalten. Der WHO-Feinstaub-Grenzwert liegt unter der Hälfte des EU-Grenzwerts.

„Die WHO geht davon aus, dass bei höheren Feinstaub-Konzentrationen die menschliche Gesundheit beeinträchtigt wird.“

Studien von Umweltmedizinern beweisen, dass eingehaltene EU-Grenzwerte nicht für unsere Luftqualität sprechen, sondern gegen diese Grenzwerte.

Kurz:

„Senkt man die Grenzwerte, belastet es die Wirtschaft. Erhöht man die Grenzwerte, belastet es die Menschen.“ (DIE ZEIT)

Bei EU-Verhandlungen über Grenzwerte geht es aber „… häufig zu wie auf einem Basar.“  (DIE ZEIT)

Länder mit wenig Feinstaub (z.B. Schweden, Dänemark) stimmen für niedrige Grenzwerte, Staaten mit viel Feinstaub (z.B. Polen und Tschechien) für hohe Werte. Das Ergebnis: Ein Kompromiss, der sich nicht am medizinisch Ratsamen,  sondern eher am politisch Machbaren orientiert. Er soll gleichzeitig wirtschaftliche Interessen und die Gesundheit des Menschen berücksichtigen. Dieses Ziel ist natürlich unerreichbar.

Fragt man die Verursacher von Feinstaub nach ihrem Verantwortungsgefühl, hört man dies:

  • Automobilindustrie: Für Dieselfahrzeuge wurden Partikelfilter eingeführt.  Für Feinstaubemissionen sorgen viele andere Emittenten.
  • Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft: Emissionen von Kraftwerken sind gesunken. Im Übrigen verursacht ebenfalls der Gütertransport eine Menge Feinstaub.
  • Ofenbauer: Die Schornsteinfeger sind verantwortlich, Schadstoffe aus Holzöfen zu kontrollieren.
  • Schornsteinfeger: Viel mehr Feinstaub als durch Holzöfen entsteht durch den Straßenverkehr.
  • Bauern: In den Ställen gibt es Filter gegen Ammoniak, und man hält alle gesetzlichen Vorschriften ein.

Fazit für resignierende Bürger: Widersprüchliche Positionen innerhalb der EU und konkurrierende Partikularinteressen der verschiedenen Lobbyisten-Gruppen verhindern gesundheitlich akzeptable Lösungen.

 

Albert Holm, aktualisiert 18.07.2018

(Dieser Artikel kann fortgesetzt werden.)


Quellen:

A) www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Feinstaub-die-unsichbare-Gefahr;

B) www.zeit.de/2017/18/feinstaub-grenzwerte-belastung-medizin;

C) www.umweltbundesamt.de/daten/feinstaub-belastung


Interessante Informationen über Schadstoffe, ihre Klassifikation und Wirkungen etc.: https://de.wikipedia.org/wiki/Schadstoffe


INITIATIVE WAHLSTEDT                                              Wahlstedt, den 13.07.2018

Liebe Mitbürger,

wie wir aus der Presse erfahren haben, plant die Stadt Wahlstedt, am Eingang der Holsteinstraße ein Brechwerk anzusiedeln.

Brechwerke zählen zu den Industriebetrieben, die ein Maximum an Immissionen in Form von Staub und Lärm ausstoßen. Darüber hinaus soll das Werk nachts nicht beschränkt werden!

Sie zählen zu den direkt Betroffenen!

Helfen Sie mit, dieses Vorhaben zu verhindern.

Wir haben ein Formschreiben vorbereitet, mit dem Sie beim Landesamt Einspruch gegen diese Ansiedlung erheben können.

Erläuterung für den Benutzer

Ermitteln Sie die Entfernung vom Brechwerk zu Ihrem Wohnsitz mit Hilfe des Geoportals Kreis Segeberg oder wie folgt:

  • Nehmen Sie einen Stadtplan oder eine Landkarte, auf der Sie Ihren Wohnsitz und das Grundstück des geplanten Brechwerks (am Anfang der Holsteinstraße) erkennen können.
  • Stellen Sie den Maßstab der Karte fest (in der Legende unten auf der Karte).
  • Messen Sie die Entfernung zwischen den zwei Objekten (Luftlinie!) mit Hilfe des Maßstabes und eines Lineals oder eines Zirkels ab.
  • Tragen Sie die Entfernung in die unterstrichene Leerstelle Ihres Briefes ein und versenden ihn möglichst bald.
  • Absender nicht vergessen!

Mit freundlichen Grüßen im Namen der INITIATIVE WAHLSTEDT

Eva u. Albert Holm


An das

Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

Abteilung Technischer Umweltschutz

Dezernat 73

Hamburger Chaussee 25

24220 Flintbek

 

Betrifft: Geplante Ansiedlung eines Brechwerks in 23812 Wahlstedt

 

Sehr geehrte/r Sachbearbeiter/in,

die Stadt Wahlstedt plant die Ansiedlung eines Brechwerks im Industriegebiet Holsteinstraße.

Eine Genehmigung dieser Anlage nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz liegt nach Auskunft des Bauamtes der Stadt Wahlstedt noch nicht vor.

Gegen die Ansiedlung und den Betrieb eines Brechwerks an dieser Stelle erhebe ich Widerspruch.

Begründung: Das Industriegebiet Holsteinstraße liegt im Nordosten Wahlstedts, an Wohngebiete angrenzend.

Die Entfernung dieses betreffenden Industriegrundstückes zu meiner Grundstücksgrenze beträgt lediglich   _____   Meter (Luftlinie).

Bei einem Brechwerk handelt es sich um eine extrem störende Betriebsanlage, die als erheblich belästigend eingestuft wird, da die Arbeitsvorgänge von erheblichem Störpotenzial, der Anlagenbetrieb durch das Auftreten impulshaltiger Geräusche sowie Staubimmissionen gekennzeichnet wird.

Die verarbeiteten Materialien können möglicherweise schadstoffbelastet sein. Hinzu kommt die zu erwartende Zunahme des LKW-Verkehrs. Deshalb sollen solche Anlagen von Wohngebieten ferngehalten werden.

Ein Lärmschutzgutachten für einen derartigen Betrieb an dieser Stelle wurde meines Wissens noch nicht veröffentlicht. Lediglich indirekt wurde in einem Lärmgutachten zum B-Plan Nr. 32 der Stadt Wahlstedt darauf hingewiesen, dass von diesem Grundstück Tag und Nacht ein Lärm von 65 dB(A) bzw. 55 dB(A) ausgehen darf („…soll Nachts nicht beschränkt werden…“).

Bezogen auf den Quadratmeter liegt die Geräuschbelastung sogar bei 104,4 dB(A) und höher (bei Vergrößerung des Grundstücks).

Angesichts der Tag und Nacht zu erwartenden Immissionen sehe ich für mich eine erhebliche und unzumutbare Beeinträchtigung meiner Gesundheit und meines Wohlbefindens, außerdem wird es zu starken Nutzungs-beeinträchtigungen meines Grundstücks kommen.

Bereits jetzt gehen von anderen Betrieben dieses Industriegebiets erhebliche nächtliche Störungen aus. Hinzu kommt der Verkehrslärm, der ununterbrochen von der B 205 und der A 21 herüberschallt und zeitweilig kaum zu ertragen ist.

Eine Ansiedlung eines solch immissionsintensiven Betriebes in unmittelbarer nachbarschaftlicher Nähe zu Wohngebieten verletzt meines Erachtens das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme gemäß § 5 des Bundesimmissionsschutzgesetzes. Diese Industrieansiedlung verletzt die Fürsorgepflicht der Stadt gegenüber ihren alteingesessenen Bewohnern.

Versagen Sie die Genehmigung einer derartigen Anlage an diesem Ort.

Sobald Ihnen ein Genehmigungsantrag vorliegt, wäre ich Ihnen für eine nachbarliche Beteiligung dankbar.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

(Name, Adresse, Datum)