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nachbarschafts- und umweltverträglich! (III)

 Beispiel Glasrecyclingwerk im Industriegebiet Holsteinstraße

„Wenn Scherben wirklich Glück bringen, hat Torsten Büge das große Los gezogen: Vor ihm türmen sich Berge aus weißen, grünen und braunen Glasscherben, Tonnen von Glück sozusagen, auf jeden Fall aber kein Abfall. Das zu betonen ist dem Diplomingenieur wichtig: "Glas ist ein Rohstoff, und ein ganz besonderer dazu. Das ist kein Müll." Für die Umwelt ist Glas tatsächlich ein Glücksgriff. Es lässt sich beliebig oft einschmelzen und wiederverwenden, ohne an Qualität einzubüßen.“ *

Quelle: https://www.stern.de/wirtschaft/muell/glasrecycling--ein-gluecksgriff-fuer-die-umwelt-7869528.html

Wiederverwertung von Glas ist eine sinnvolle Vorgehensweise. Glas in Müllbergen zu begraben wäre Verschwendung wertvoller Rohstoffe. So gesehen ist das 1994 errichtete und im Stern-Spezial (2018) beschriebene Werk eine lobenswerte Einrichtung.

...weiterlesen "Recycling? – Ja, bitte, aber…"

Lübecker Nachrichten, 11.03.2019

Immissionsmessungen nahe Asphaltmischwerk in Wahlstedt: Anwohner skeptisch

Sind Luft und Boden nahe der Industrie in Wahlstedt belastet? Ist das Asphaltmischwerk zu laut? Diesen Fragen gehen die Behörden nach Beschwerden nun nach. Bürger kritisieren „Laborbedingungen“ bei Lärm-Prüfungen.

Anwohner Christoph Mülker und Corda Jacobsen am Gartenzaun: Fachleute haben Lärm-Messungen im Heideweg vorgenommen.
Anwohner Christoph Mülker und Corda Jacobsen am Gartenzaun: Fachleute haben Lärm-Messungen im Heideweg vorgenommen. Quelle: Heike Hiltrop, LN, 12.03.2019

Zum Artikel: http://www.ln-online.de/Lokales/Segeberg/Immissionsmessungen-nahe-Asphaltmischwerk-in-Wahlstedt-Anwohner-skeptisch

Am 17.01.2019 gab es einen Erörterungstermin im BImSchG-Genehmigungsverfahren der Firma Andreas Rehn, Schrotthandel GmbH in der Holsteinstraße in Wahlstedt.

Das Treffen fand von 10.00 bis ca. 17.15 Uhr im Wahlstedter Rathaus statt.

Der Sitzungssaal war gefüllt bis zum letzten Platz. Anwesend waren neben dem Antragsteller und seiner Frau verschiedene Fachvertreter des Planungsbüros, mehrere Vertreter des LLUR und  je zwei Vertreter des Kreises und des örtlichen Bauamts, die Presse sowie Mitglieder der INITIATIVE WAHLSTEDT, deren Sachbeistand aus Hamburg und weitere interessierte Bürger.

...weiterlesen "Erörterungstermin zur Erweiterung der Firma Rehn"

Haben Sie schon einmal unter der Rubrik...

→ AKTIONEN Immissionskataster → Meldungen zum Immissionskataster

gelesen, was aufmerksame Mitmenschen in unserer Lebensumwelt wahrnehmen?

Teilen auch Sie uns Ihre Beoachtungen mit unter:

→  → → info@initiative-wahlstedt.de

Dr.-Hermann-Lindrath-Straße, 30.11.2018

Im Bundesvergleich liegt Schleswig-Holstein nur auf Platz 12 von 16 (betreffend Verkehrssicherheit, Flächenverbrauch, Luftqualität und Lärm)

„Eigentlich müsste Schleswig-Holstein als Flächenland mit frischem Wind ganz gute Chancen beim Bundesländerindex Mobilität und Umwelt haben. Dennoch landet das Land bei dem bundesweiten Ranking erneut im unteren Drittel – auf Platz 12….“ *

Darum fordert Schleswig-Holsteins BUND dringende Konsequenzen.

...weiterlesen "Im Bundesvergleich liegt Schleswig-Holstein nur auf Platz 12"

Haben Sie heute schon die gesunde Landluft tief in Ihre Lunge eingeatmet? Oder die erfrischende Meeresbrise? Heute weht aber leider der Feinstaub überall, denn Luft kennt keine Grenzen, nur Windrichtungen.

Will sagen: Auf dem Land kann die Belastung durch Feinstaub ebenso gefährlich für unsere Gesundheit sein wie an einem städtischen Verkehrsknotenpunkt zur Hauptverkehrszeit. Und auf der Insel Sylt bei z.B. südlichen Winden ebenso wie dort, woher der Wind weht. Zwar ist Feinstaub unsichtbar, aber tückisch für unsere Gesundheit.

Feinstaub? Was ist das überhaupt? Die Europäische Umweltagentur hat festgestellt,  dass Feinstaubteilchen einen  Durchmesser von 0,001 Zentimetern haben, das entspricht ca. einem Zehntel Durchmesser eines Haares. Das sind die Nanopartikel, die uns umwabern, wenn der Laserdrucker arbeitet, der Kaminofen gemütlich bullert, die Ölheizung arbeitet, Industrie- und Auspuffgase uns umhüllen, wenn auf Fahrbahnen Reifenabrieb entsteht und der Landwirt Pflanzen und Tiere für unsere Ernährung produziert – also: Verursacher und Betroffene sind wir alle, mehr oder weniger.

Heute sind diese Staubteilchen so fein, dass sie durch unsere biologische Abwehr (Härchen in Nase und Luftröhre, Schleimhäute, Niesen und Husten) nicht abgewehrt werden. Sie dringen tief in unsere Lungen ein, gelangen durch unsere Lungenbläschen ins Blut, in alle Organe, ins Gehirn.

Die Folgen? Forscher stellten fest, dass weltweit 3,3 Millionen Menschen jährlich an Krankheiten sterben, die durch Schadstoffe in der Luft hervorgerufen werden. Das Mainzer Max-Planck-Institut stellt die Prognose auf, dass sich die Zahl der Todesopfer bis 2050 verdoppeln könnte.

Nach Angaben der WHO (Weltgesundheitsorganisation) sterben jährlich weltweit mehr Menschen durch verschmutzte Luft als durch verschmutztes Wasser oder Tropenkrankheiten.

Die möglichen Folgekrankheiten sind beispielsweise: Bluthochdruck und Herz-Kreislauferkrankungen, Lungenkrebs, Allergien, Asthma, neurologische Erkrankungen (Parkinson, Alzheimer), Frühgeburten und Diabetes.

Wohlgemerkt:

„Nicht die Luftschadstoffe allein machen einen Menschen krank. Das individuelle Risiko hängt zuallererst von der genetischen Veranlagung und vom Lebenswandel ab. Menschen (…), deren Körper ohnehin schon strapaziert ist – etwa durch ständigen Stress, schlechte Ernährung, mangelnde Bewegung, durch Rauchen oder schlicht durch ihr hohes Alter –, können durch Feinstaub  ernsthaft in Gefahr geraten.“ (DIE ZEIT)

Nur noch 46 Prozent des Feinstaubs in Deutschland kommen heute aus dem Energiesektor (15%), der verarbeitenden Industrie (19%) und von Kraftfahrzeugen (12%). Über die Hälfte des Feinstaubs erzeugen andere Quellen:  z.B. Kaminfeuer (8%), aufgewirbelter Feinstaub aus Ackerböden, sowie Einträge von Nitrat und Ammoniak (ca. 23%)  aus Intensivtierhaltung (Gülle und Gas aus Stallungen industrieller Fleischproduktion) und obendrein Gülleimporte.

Besonders viele Todesfälle (40%) werden verursacht durch Massentierhaltung und überdosiertes Düngen; so gelangen zu viel Ammoniak, Phosphate und Nitrate in die Luft und den Boden, ebenso in pflanzliche Produkte und über Gewässer in die Meere. Hinzu kommen aus den Kläranlagen Mikroplastik und andere Schadstoffe, wie Reste von Medikamenten usw. (z.B. Hormone!). Die so angebauten bzw. gefischten Güter kommen dann schließlich auch in unseren Magen.

Obwohl in Deutschland die Grenzwerte für Feinstaub beinah überall eingehalten werden, stellen Fachleute fest, dass die feinen Staubteilchen bei uns Zehntausende Menschen töten. WARUM?

Auf das Jahr bezogen, wurde der von der EU festgesetzte gesetzliche Grenzwert für die Luftreinhaltung zwar gelegentlich überschritten, aber insgesamt eingehalten.

Legt man aber den Grenzwert zugrunde, den die WHO (Weltgesundheitsorganisation) empfiehlt, dann wurde nur an 10 Prozent der Messstationen in Deutschland der Grenzwert für Feinstaub eingehalten. Der WHO-Feinstaub-Grenzwert liegt unter der Hälfte des EU-Grenzwerts.

„Die WHO geht davon aus, dass bei höheren Feinstaub-Konzentrationen die menschliche Gesundheit beeinträchtigt wird.“

Studien von Umweltmedizinern beweisen, dass eingehaltene EU-Grenzwerte nicht für unsere Luftqualität sprechen, sondern gegen diese Grenzwerte.

Kurz:

„Senkt man die Grenzwerte, belastet es die Wirtschaft. Erhöht man die Grenzwerte, belastet es die Menschen.“ (DIE ZEIT)

Bei EU-Verhandlungen über Grenzwerte geht es aber „… häufig zu wie auf einem Basar.“  (DIE ZEIT)

Länder mit wenig Feinstaub (z.B. Schweden, Dänemark) stimmen für niedrige Grenzwerte, Staaten mit viel Feinstaub (z.B. Polen und Tschechien) für hohe Werte. Das Ergebnis: Ein Kompromiss, der sich nicht am medizinisch Ratsamen,  sondern eher am politisch Machbaren orientiert. Er soll gleichzeitig wirtschaftliche Interessen und die Gesundheit des Menschen berücksichtigen. Dieses Ziel ist natürlich unerreichbar.

Fragt man die Verursacher von Feinstaub nach ihrem Verantwortungsgefühl, hört man dies:

  • Automobilindustrie: Für Dieselfahrzeuge wurden Partikelfilter eingeführt.  Für Feinstaubemissionen sorgen viele andere Emittenten.
  • Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft: Emissionen von Kraftwerken sind gesunken. Im Übrigen verursacht ebenfalls der Gütertransport eine Menge Feinstaub.
  • Ofenbauer: Die Schornsteinfeger sind verantwortlich, Schadstoffe aus Holzöfen zu kontrollieren.
  • Schornsteinfeger: Viel mehr Feinstaub als durch Holzöfen entsteht durch den Straßenverkehr.
  • Bauern: In den Ställen gibt es Filter gegen Ammoniak, und man hält alle gesetzlichen Vorschriften ein.

Fazit für resignierende Bürger: Widersprüchliche Positionen innerhalb der EU und konkurrierende Partikularinteressen der verschiedenen Lobbyisten-Gruppen verhindern gesundheitlich akzeptable Lösungen.

 

Albert Holm, aktualisiert 18.07.2018

(Dieser Artikel kann fortgesetzt werden.)


Quellen:

A) www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Feinstaub-die-unsichbare-Gefahr;

B) www.zeit.de/2017/18/feinstaub-grenzwerte-belastung-medizin;

C) www.umweltbundesamt.de/daten/feinstaub-belastung


Interessante Informationen über Schadstoffe, ihre Klassifikation und Wirkungen etc.: https://de.wikipedia.org/wiki/Schadstoffe


INITIATIVE WAHLSTEDT                                              Wahlstedt, den 13.07.2018

Liebe Mitbürger,

wie wir aus der Presse erfahren haben, plant die Stadt Wahlstedt, am Eingang der Holsteinstraße ein Brechwerk anzusiedeln.

Brechwerke zählen zu den Industriebetrieben, die ein Maximum an Immissionen in Form von Staub und Lärm ausstoßen. Darüber hinaus soll das Werk nachts nicht beschränkt werden!

Sie zählen zu den direkt Betroffenen!

Helfen Sie mit, dieses Vorhaben zu verhindern.

Wir haben ein Formschreiben vorbereitet, mit dem Sie beim Landesamt Einspruch gegen diese Ansiedlung erheben können.

Erläuterung für den Benutzer

Ermitteln Sie die Entfernung vom Brechwerk zu Ihrem Wohnsitz mit Hilfe des Geoportals Kreis Segeberg oder wie folgt:

  • Nehmen Sie einen Stadtplan oder eine Landkarte, auf der Sie Ihren Wohnsitz und das Grundstück des geplanten Brechwerks (am Anfang der Holsteinstraße) erkennen können.
  • Stellen Sie den Maßstab der Karte fest (in der Legende unten auf der Karte).
  • Messen Sie die Entfernung zwischen den zwei Objekten (Luftlinie!) mit Hilfe des Maßstabes und eines Lineals oder eines Zirkels ab.
  • Tragen Sie die Entfernung in die unterstrichene Leerstelle Ihres Briefes ein und versenden ihn möglichst bald.
  • Absender nicht vergessen!

Mit freundlichen Grüßen im Namen der INITIATIVE WAHLSTEDT

Eva u. Albert Holm


An das

Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume

Abteilung Technischer Umweltschutz

Dezernat 73

Hamburger Chaussee 25

24220 Flintbek

 

Betrifft: Geplante Ansiedlung eines Brechwerks in 23812 Wahlstedt

 

Sehr geehrte/r Sachbearbeiter/in,

die Stadt Wahlstedt plant die Ansiedlung eines Brechwerks im Industriegebiet Holsteinstraße.

Eine Genehmigung dieser Anlage nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz liegt nach Auskunft des Bauamtes der Stadt Wahlstedt noch nicht vor.

Gegen die Ansiedlung und den Betrieb eines Brechwerks an dieser Stelle erhebe ich Widerspruch.

Begründung: Das Industriegebiet Holsteinstraße liegt im Nordosten Wahlstedts, an Wohngebiete angrenzend.

Die Entfernung dieses betreffenden Industriegrundstückes zu meiner Grundstücksgrenze beträgt lediglich   _____   Meter (Luftlinie).

Bei einem Brechwerk handelt es sich um eine extrem störende Betriebsanlage, die als erheblich belästigend eingestuft wird, da die Arbeitsvorgänge von erheblichem Störpotenzial, der Anlagenbetrieb durch das Auftreten impulshaltiger Geräusche sowie Staubimmissionen gekennzeichnet wird.

Die verarbeiteten Materialien können möglicherweise schadstoffbelastet sein. Hinzu kommt die zu erwartende Zunahme des LKW-Verkehrs. Deshalb sollen solche Anlagen von Wohngebieten ferngehalten werden.

Ein Lärmschutzgutachten für einen derartigen Betrieb an dieser Stelle wurde meines Wissens noch nicht veröffentlicht. Lediglich indirekt wurde in einem Lärmgutachten zum B-Plan Nr. 32 der Stadt Wahlstedt darauf hingewiesen, dass von diesem Grundstück Tag und Nacht ein Lärm von 65 dB(A) bzw. 55 dB(A) ausgehen darf („…soll Nachts nicht beschränkt werden…“).

Bezogen auf den Quadratmeter liegt die Geräuschbelastung sogar bei 104,4 dB(A) und höher (bei Vergrößerung des Grundstücks).

Angesichts der Tag und Nacht zu erwartenden Immissionen sehe ich für mich eine erhebliche und unzumutbare Beeinträchtigung meiner Gesundheit und meines Wohlbefindens, außerdem wird es zu starken Nutzungs-beeinträchtigungen meines Grundstücks kommen.

Bereits jetzt gehen von anderen Betrieben dieses Industriegebiets erhebliche nächtliche Störungen aus. Hinzu kommt der Verkehrslärm, der ununterbrochen von der B 205 und der A 21 herüberschallt und zeitweilig kaum zu ertragen ist.

Eine Ansiedlung eines solch immissionsintensiven Betriebes in unmittelbarer nachbarschaftlicher Nähe zu Wohngebieten verletzt meines Erachtens das Gebot der gegenseitigen Rücksichtnahme gemäß § 5 des Bundesimmissionsschutzgesetzes. Diese Industrieansiedlung verletzt die Fürsorgepflicht der Stadt gegenüber ihren alteingesessenen Bewohnern.

Versagen Sie die Genehmigung einer derartigen Anlage an diesem Ort.

Sobald Ihnen ein Genehmigungsantrag vorliegt, wäre ich Ihnen für eine nachbarliche Beteiligung dankbar.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

(Name, Adresse, Datum)

IMMISSIONSKATASTER WAHLSTEDT – MELDUNGEN

Wir gliedern in drei Gruppen:

LÄRM | STAUB | GERUCH


Für eine tabellarische Darstellung aller Immissionsmeldungen hier klicken

Sie möchten eine Immissionsmeldung einreichen? Hier klicken! (Immissionskataster Wahlstedt - Meldebogen)

Liebe Mitbürger, die INITIATIVE WAHLSTEDT möchte die Umweltbelastungen für Wahlstedter Bürger sammeln und dokumentieren. Lesen Sie weiter unter der Rubrik AKTIONEN und mailen Sie Ihre Beschwerden an:

info@initiative-wahlstedt.de

Außerdem können Sie ab sofort online abstimmen:

Geben Sie Ihre Stimme gegen das geplante Industriegebiet am Bahnhof online ab unter Angabe Ihres Namens und Ihrer Adresse:

info@initiative-wahlstedt.de - oder über unser Kontaktformular

NEU --- NEU --- NEU --- NEU --- NEU --- NEU --- NEU --- NEU --- NEU --- NEU --- NEU

***** Übrigens...

BEI ALLEN ZUSCHRIFTEN UNTER info@initiative-wahlstedt.de, DIE SIE UNSERER WEBSITE SCHICKEN, ZEIGEN WIR WEDER IHREN NAMEN NOCH IHRE ADRESSE (Ausgenommen sind Stellungnahmen von Politikern). *****

  • Hierzu interessante Links:
  • "BUND macht Feinstaubmessungen für Bürger" (BUND.net)
  • "Schutz vor Lärm und Schutz der Ruhe"(BUND.net)

Beispiele für schmutzige Industrie - Asphaltmischwerk und Steinbrechwerk, Altreifen-Recycling-Anlage...

  • In der Holsteinstraße ist ein Steinbrechwerk im Entstehen, das möglicherweise noch vergrößert werden soll.

Meist treten solche Betriebe zusammen mit Anlagen zum Be- und Entladen von Schüttgütern auf.

  • Im „alten Industriegebiet“ gibt es ein Asphaltmischwerk.

Hintergrundinformationen: Asphaltmischwerke und Steinbrechanlagen

Nach einem Ergebnisbericht aus 9 Bundesländern liegen Asphaltmischwerke im Bereich von 40 - 70% der ermittelten Gesamtimmissionen (Staub).

LKW wird Beladen

Brecheranlagen liegen im Bereich von 80 - 90% der ermittelten Gesamtimmissionen (Berichtsauswertung von Emmissionskatastern aus 9 Bundesländern LAI-AISV-2011, Tab. 1 u. 2; Quelle: http://www.lai-immissionsschutz.de/serlet/is/20172). Sogenannte "Offene oder unvollständig geschlossene Anlagen zum Be- und Entladen von Schüttgütern" (4. BImschV) immittieren 80 - 90% der ermittelten Gesamtimmissionen.

Beispiel eines Steinbrechwerkes

Gemäß unserer Quelle (http://www.bi-asphaltanlage.de/uploads/media/UNW-Vortrag_Eckental_12.9.13_-_neu.pdf) gibt es gegenwärtig in der BRD laut BImSchG (Bundesimmissionschutzgesetz) für die Genehmigung von Asphaltmischanlagen

  • kein öffentliches Verfahren und keine Antragsauslegung (§§ 4 u. 19 i.V. mit § 1 der 4. BImSchV u. Nr. 2.15, Spalte 2 des Anhangs 4. BImSchV)
  • keine Bürgerbeteiligung, Einwände, Erörterung (existiert in Belgien, den Niederlanden, Österreich, der Schweiz u. Italien)
  • keine kontinuierlichen Abgasmessungen laut Gesetz (wie bei Kohlekraftwerken und Müllverbrennungsanlagen)

Da die Lärm- und Geruchsbelästigung und der Schadstoffausstoß von Asphaltanlagen hoch sein können, gibt es für die ca. 700 in der BRD betriebenen Asphaltmischwerke grundlegende, aber noch nicht umgesetzte umweltpolitische Forderungen:

  1. Wohn-Abstandsregelungen zu Asphaltanlagen: mindestens 2 km
  2. Bürgerbeteiligung/öffentliche Antragsverfahren vor Genehmigung
  3. Grenzwerte gemäß 17. BImSchV und kontinuierliche Messungen
  4. 3-stufige Abgasreinigungsanlage nach aktuellem Standard
  5. Verwendung von maximal 25% schadstoffhaltigem Recyclingmaterial
  6. Komplett eingehauste Brecheranlage mit Abgasfilteranlage
  7. Geruchsimmissionsbewertung für die reale Betriebszeit (nicht umgerechnet auf das Kalenderjahr)
  8. Abgasabsaugung auch für Mischer, Heißsilierung und Verladesilos
  9. LKW-Schleuse mit Unterdruck
  10. LKW-Beplanung noch in der Schleuse
  11. EMAS-Teilnahme zum Erwerb eines EU-Zertifikats mit jährlicher Minimierung der Umweltbelastungen
  12. Ständige Online-Überwachung
  13. Einrichtung eines Bürger-Online-Formulars für Beschwerden beim Umweltamt

Immissionen aus Teerprodukten enthalten polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), die nicht nur geruchsbelästigend, sondern auch krebserregend sind. Daher sind sie im Straßenbau und bei der Herstellung von Teerpappe seit 1984 in der BRD verboten. Allerdings sind sie oft noch in Kunststoff- und Gummiprodukten enthalten (Kinderspielzeug!), in Altreifen und flächendeckend im Boden nachweisbar.

Mit diesen Altlasten müssen wir leben, und auch alte Kraftwerke geben noch solche Immissionen frei. Ebenso sind sie in Tabakrauch, Kraftstoffen und Heizöl enthalten und gelangen so in den Hausstaub.

Hier muss aber noch erwähnt werden, dass Asphaltmischwerke insbesondere dann nicht immissionsfrei sind, wenn sie Material aus der Zeit vor 1984 recyceln. Viele Straßen, die jetzt sanierungsbedürftig sind, stammen aus dieser Zeit. Außerdem: Die Kontrolle dieser Betriebe ist lückenhaft.

Wie es um das Asphaltmischwerk in Wahlstedt bestellt ist, wissen wir nicht.

Die stark giftigen und krebserregenden PAK (polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe) haben langfristige Wirkungen auf Föten und können Lungen-, Kehlkopf-, Haut-, Magen- und Darmkrebs verursachen. Auch für Organismen im Wasser sind sie hochgiftig. (Zur detaillierten Information über das Thema im Zusammenhang mit Asphaltanlagen verweisen wir auf das Internet; z.B.:

Fazit

Asphaltmischwerke und Brechanlagen sowie Anlagen zum Be- und Entladen von Schüttgütern mindern unsere Wohnqualität, erhöhen unsere Umweltbelastungen und das Krankheitsrisiko, oftmals ohne dass wir dagegen juristische Handhabe haben.

ERGÄNZENDE INFORMATIONEN: MODELLBERECHNUNG FÜR LKW-VERKEHR ZUM BETRIEB EINER ASPHALTMISCHANLAGE

Altreifenrecycling im Industriegebiet Holsteinstraße?

(Bericht LN-online vom 21.7.2015 - "Wahlstedt bekommt einen Recyclinghof - Bad Segeberger Investor kauft großes Grundstück im Industriepark.")

In dem oben genannten Zeitungsartikel wird berichtet, dass in der Holsteinstraße neben dem geplanten Steinbrechwerk ein Betrieb für das Recycling von Altreifen entstehen soll.  Was uns im Einzelnen erwartet, ist uns bis heute nicht bekannt. Bekannt sind aber verschiedene Verwertungstechniken, z.B. dass man Reifen zerkleinert, geschredderte Altreifen in ca. 30 cm großen Stücken „thermisch verwertet“ (https://de.wikipedia.org...Altreifen), z.B. als Ersatz-Brennstoff in der Zementindustrie oder zur Modifizierung von Asphalt und Bitumen, sowie für die Herstellung von Kunstrasen usw.

Bei einer anderen Methode, dem „stofflichen Altreifen-Recycling“, zerlegt man die Reifen „in ihre Bestandteile, wie Gummi, Stahl, Textil“ und andere Reste. Die Bestandteile werden dann „einzeln weiter verwendet“, aber nicht verbrannt (s.o.).

Von Bedeutung ist, dass Altreifen überwachungsbedürftige Abfälle sind. Bei derartigen Abfällen müssen die Lagerung, das Sortieren, die Verwertung und der Transport zuständigen Behörden angezeigt werden und benötigen eine behördliche Genehmigung.

Wikipedia berichtet weiter: „Eine Gefahr für Mensch und Umwelt geht von den ‚Reifenfriedhöfen‘ aus, wenn diese in Brand geraten. So fingen beispielsweise im Jahr 2012 in al-Dscharah (Region Kuweit) über 5 Millionen Reifen Feuer. Die Löscharbeiten gestalten sich auf Grund der enormen Hitzeentwicklung schwierig.“

In jüngerer Zeit wurde in den Medien über einen katastrophalen Großbrand in einer Reifenfabrik in Hamburg-Harburg berichtet.

Welchen Belästigungen und Umweltgefahren für die Gesundheit sind die Wahlstedter schon jetzt ausgesetzt?

Könnte es geschehen, dass im Zuge des Weiterbaus der Autobahn A 20 das Asphaltwerk die Produktion erhöht oder expandieren will und sich im Planungsgebiet am Bahnhof ansiedelt?

Laut Pressebericht (LN) vom April 2017 jedenfalls hat der derzeitige Besitzer des früheren Asphaltmischwerks zusätzliche Liegenschaften in seinem Umfeld erworben, und zwar das ehemalige OKAL-Gelände und die frühere Kiesgrube an der Straße nach Wittenborn.

Ergänzung: Wir empfehlen die Links zu den Videos zum Thema "Brechwerke"


Mehr zum Thema: http://initiative-wahlstedt.de/immissionskataster-wahlstedt/

Liebe Mitbürger,

die INITIATIVE WAHLSTEDT möchte die Umweltbelastungen der Wahlstedter Bürger an verschiedenen Stellen in der Stadt dokumentieren, um zu zeigen,  wo  und  wodurch  unsere Lebensqualität beeinträchtigt wird (Lärm, Staub, Gestank).

Qualmender Materialhaufen auf dem Gelände eines Betriebes in Wahlstedt
Qualmender Materialhaufen auf dem Gelände eines Betriebes in Wahlstedt

Schreiben Sie einfach an info@initiative-wahlstedt.de und berichten: 

  • EREIGNIS, DATUM, UHRZEIT/DAUER, STRASSE.
  • Die Meldungen werden wir auf unserer Website in unserem Immissionskataster veröffentlichen.

Mit Hilfe unseres Formulars zum Ausdrucken (siehe unten, Vordrucke auch bei uns erhältlich) kann jeder Bürger seine Beobachtungen zudem dem zuständigen Ordnungsamt  (Rathaus, Markt 1, Tel. 04554 – 701 129/130)  oder in Wiederholungsfällen dem Umweltamt Schleswig-Holstein im LLUR (Poststelle@llur.landsh.de) melden.

Wir bitten um Ihre Mitarbeit!  Fertigen Sie Kopien des Formulars an und geben Sie diese an Ihre Nachbarn, Freunde und Bekannten weiter. Gemeinsam erreichen wir mehr!

Alle Meldungen werden nach Prüfung hier veröffentlicht.


Immissionskataster Wahlstedt - Meldebogen

Art der Immission:

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Formular zum Ausdrucken:

IMMISSIONSKATASTER WAHLSTEDT – MELDEBOGEN

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UHRZEIT / ZEITRAUM
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ART DER IMMISSION O Lärm | O Staub | O Geruch

STIMMEN AUCH SIE AB :

"WIR SAGEN  N E I N 

ZUM GEPLANTEN NEUEN INDUSTRIEGEBIET IN WAHLSTEDT !"

(Bitte Namen, Strasse, Wohnort angeben)

An: info@initiative-wahlstedt.de