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Der Konzern ist ein Riese auf dem Agrarmarkt - und laut einem Bericht mitverantwortlich für Kinderarbeit, Regenwaldzerstörung und Umweltverschmutzung.

Heute hat ein privat geführtes Unternehmen vielleicht mehr Macht, das Klima, das Wasser, die Ernährungssicherheit, die öffentliche Gesundheit und die Menschenrechte der Welt zu zerstören oder zu schützen als jedes andere Unternehmen in der Geschichte." (der Bericht der Umweltschutzorganisation Mighty Earth) …

Auf seiner Website wirbt Cargill mit dem Slogan: "Cargill setzt sich dafür ein, dass die Welt gedeiht." …

SPIEGEL ONLINE, 11.07.2019

Weiterlesen:

https://www.spiegel.de/wirtschaft/agrarkonzern-cargill-das-schlimmste-unternehmen-der-welt-a-1276654.html

Ein Großteil der verbliebenen Grünflächen in Wahlstedt soll bebaut werden, weil wir „wachsen müssen“.  Flächen mit hohen Bäumen sind kein Hindernis. Sie werden entfernt, als wären sie binnen eines Jahres zu ihrer heutigen Größe herangewachsen.

Der Klimawandel, so wurde gedacht, komme wohl erst in 50 oder 100 Jahren. Aber „schleichend“ ist er plötzlich doch schon da. Viele wurden überrascht.

Das Bauvorhaben am Bahnhof Wahlstedt wurde langfristig geplant und soll jetzt – Klimawandel hin oder her – endlich in Angriff genommen werden. Koste es, was es wolle.

Die weitere Bodenversiegelung und das Abholzen ökologisch wertvoller Bäume befördern den voranschreitenden Klimawandel.

So wird - Schritt für Schritt - auch die übriggebliebene bedrohte Tier- und Pflanzenwelt vernichtet.

In naher Zukunft werden unsere Kinder mit riesigem finanziellen Aufwand Industrieflächen und Agrarsteppen renaturieren müssen, um das Fortschreiten von Dürre- und Kälteperioden, Überschwemmungen und Stürmen zu stoppen.

Um solche Katastrophen zu verhindern, hätten Politiker in aller Welt, aber auch unsere Politiker, schon längst entschlossen handeln sollen.

Wir müssen uns von künftigen Generationen vorwerfen lassen und schämen, dass wir nicht genug getan haben, diese Entwicklung aufzuhalten.

Die geplante Industrieansiedlung in Wahlstedt wird die Einwohner mit noch mehr Lärm und Staub, Abgasen und Gestank belasten.

Pestizide, Antibiotika in der Tiernahrung, mit Mikroplastik und Nitrat verseuchtes Wasser sowie Feinstaub in der Atemluft sorgen für steigende Gesundheitsrisiken. Asthma, Allergien, Krebs und andere Erkrankungen werden zunehmen.

Alles, damit wir weiter wachsen können!

Alles zum Wohl der Stadt und ihrer Bevölkerung?

Marianne Schulz,  Wahlstedt  (März 2019)

Im Bundesvergleich liegt Schleswig-Holstein nur auf Platz 12 von 16 (betreffend Verkehrssicherheit, Flächenverbrauch, Luftqualität und Lärm)

„Eigentlich müsste Schleswig-Holstein als Flächenland mit frischem Wind ganz gute Chancen beim Bundesländerindex Mobilität und Umwelt haben. Dennoch landet das Land bei dem bundesweiten Ranking erneut im unteren Drittel – auf Platz 12….“ *

Darum fordert Schleswig-Holsteins BUND dringende Konsequenzen.

...weiterlesen "Im Bundesvergleich liegt Schleswig-Holstein nur auf Platz 12"

Wir sind weder Populisten noch Neinsager – Visionen für die Zukunft

Wer genau liest, hat schon gemerkt, dass wir nicht nur gegen verschiedene Planungen sind, sondern uns um unserer Kinder, Enkel und weitere Generationen Zukunft Sorgen machen (vgl. Unsere Ziele).

Die neuere Menschheitsgeschichte zeigt: Vorbeugender Naturschutz und vorausschauende Planung mit dem Blick auf Nachhaltigkeit verhindert spätere enorm teure und u.U. unmögliche Renaturierungen oder schwierige „Sanierungsversuche“! (TSCHERNOBYL, FUKUSHIMA, MINAMATA, SEVESO, AGENT ORANGE, TROPISCHER REGENWALD, FRACKING, ÖLVERSCHMUTZUNG DER MEERE, VERSEUCHUNG VON FLIESSGEWÄSSERN…)

Alternativen zum Bebauungsplan

Natürlich haben wir auch über Alternativen zum Bebauungsplan nachgedacht.

Diese sind naturgemäß – wie andere Gedankengänge auch – laienhaft, unprofessionell, aber durchaus ehrlich gemeint und keinesfalls „populistisch“ (so wurde es uns schon unterstellt).

Populismus, der: „Von  Opportunismus geprägte, volksnahe, oft demagogische Politik mit dem Ziel, durch Dramatisierung der politischen Lage die Gunst der Massen zu gewinnen.“ (Duden, Das große Fremdwörterbuch, 1994, S. 1092)

Hier einige Vorschläge in verschiedenste Richtungen:

  • Wie wäre es mit der Einrichtung eines offiziellen Immissionskatasters? Es könnte ein (Online-) Formular entwickelt werden, mit dem jeder Bürger dem regionalen Umweltamt / Ordnungsamt Beobachtungen (Immissionen wie Lärm, Staub, Gerüche usw.) mitteilen kann (vgl Immisionskataster der Initiative Wahlstedt, www.bi-stadthagen.de).

 

  • Freie Plätze für weitere Gewerbe- oder Industrieansiedlung gäbe es ja vielleicht auch in Richtung altes Kieswerk / Wittenborn, wo ohnehin mit einer Autobahnanbindung an die wachsende A 20 gerechnet wird. Das „alte“ Industriegebiet und Gleisanbindung sind dort doch schon ganz in der Nähe vorhanden.

 

  • Vor Einrichtung des überplanten Gebiets am Bahnhaltepunkt könnte man vielleicht den Bau eines hohen Lärmschutzwalls parallel zum Verlauf der Bahnschienen erwägen? Daraus könnte sich sogar ein neues Biotop entwickeln.

 

  • Auch die Beschränkung auf ein reines (und kleines) Gewerbegebiet und der Verzicht auf Industriebetriebe würde viele Bürger beruhigen, zumal dies erheblich mehr Arbeitsplätze brächte als die heutzutage weitgehend automatisierte Industrie („Industrie 4.0“). So beschäftigt z.B. das Asphaltmischwerk laut Pressebericht z.Zt. nur sechs Arbeitskräfte).

Hinweis: Die deutliche Mehrheit der Anwesenden auf der Einwohnerversammlung am 29.08.2018 war für die Beschränkung auf ein reines Gewerbegebiet. Trotzdem stimmte am 12.11.2018 der Ausschuss für Stadtentwicklung der Stadtvertretung einstimmig gegen diesen Antrag. (Zum Pressebericht).

  • Schließlich muss endlich natürlich die Forderung vieler verunsicherter Bürger nach einer NEGATIVLISTE (= Ausschluss bestimmter Betriebe und damit verbundener Umweltbelastungen) in Betracht gezogen werden, wenn man erhitzte Gemüter beruhigen will.

 

 

  • Wie wäre es mit einer Teilaufforstung („Grüne Lunge“, Schallschutz vor Lärm von B 205, Autobahn A 21 und Kieler Straße) des Planungsgebietes einschließlich der Ausgestaltung als Naherholungsgebiet mit Bänken, Tischen, Restaurationsbetrieb, vielleicht einigen kleinen Holzhäuschen zur Beherbergung von Radfahrern und Wanderern des Mönchswegs und von Besuchern der Kreisstadt (z.B. Kalkbergstadion), die preiswerte Unterkunft benötigen? Über ein entsprechendes bescheidenes Hotel hat man ja schon einmal nachgedacht. Dem deutlich expandierenden Segelflugbetrieb würden entsprechende Einrichtungen ebenfalls zugutekommen, Parkplätze und Fahrradboxen für Pendler müssen wegen des Bahnhaltepunktes und geplanter Gewerbebetriebe, möglicherweise auch einer Stadtbus-Linie, ohnehin neu eingerichtet werden. Ein kleinerer Supermarkt oder Kiosk oder Döner- / Burger- / Würstchenstand und ein Taxistand sowie öffentliche Toiletten wären auch für Bürger der näheren Umgebung von Vorteil und ein Gewinn für Bahnreisende. Die genannten Beispiele böten sicher auch zahlreiche Arbeitsplätze.

 

 

  • Die Beteiligung und Vorabinformation von Bürgern im Vorfeld (Wünsche und Bedürfnisse?) und während konkreterer Planungen (Minigolf, Hochseilgarten, Barfußpfad, Kneippbecken, Kegelbahn, Tischfußball, Tischtennis, Slackline, Grillplatz, Bürgerpark mit Teich- und Grünanlagen, Streuobstwiese, Wildblumenareal für Insekten, Bowling, Kinderspielplatz, Darts, Billard, Trimm-Dich-Pfad …) sollten Politiker grundsätzlich keinesfalls aus den Augen verlieren!

 


BUCHTIP:  "NEULAND GESTALTEN – METHODEN UND PRAXISBEISPIELE FÜR BETEILIGUNG VON BÜRGERN IN KLEINEN STÄDTEN UND GEMEINDEN"

BUCHAUSZUG S. 34. (Literatur: www.allianz-fuer-beteiligung.de)

 Tipps, um Beteiligung sicher zum Scheitern zu bringen:

  1. Wichtige Informationen zurückhalten.
  2. Immer mit denselben Leuten reden.
  3. Selbst bestimmen, wie das Ergebnis auszusehen hat.
  4. Alle anderen für unfähig halten.
  5. Auf einem Standpunkt beharren.
  6. Ausführlich klären, wer Schuld hat.
  7. Andere in der Öffentlichkeit schlecht machen.
  8. Im Unklaren lassen, worum es eigentlich geht.
  9. Alles Wichtige schon entscheiden und nur noch Marginalien zur Diskussion stellen.
  10. Heute so und morgen anders sprechen.
  11.  ... "

Bemerkung: Diese Seite könnte weiteren Visionen Raum geben !